14 Tage Camper Van, 3400 km

 

Von Hoyerswerda aus ging es in Richtung Kärnten/Österreich zum Weissensee, weiter nach Bardolino am Gardasee und danach direkt nach Florenz. Anschließend machten wir einen kurzen Ausflug in die Toskana weiter über Pisa, haben eine Nacht am Mittelmeer übernachtet und sind zum Schluss über das Pitztal nach Südtirol gefahren.

Weissensee, Gardasee, Florenz, Toskana, Pisa und Pitztal

Wie in der Einleitung bereits beschrieben, war unsere erste Reise mit unserem Camper „Oscar“ für uns sehr umfangreich. Da wir natürlich absolute Neulinge auf diesem Gebiet des Campen mit Wohnmobil sind, war letztendlich die gesamte Vorbereitung eine große Herausforderung. Zum Glück gibt es heute diverse Kanäle wie YouTube, was die Fachberatung natürlich sehr erleichtert hat. Wir haben gemeinsam unzählige Videos angesehen und versucht, das Beste für unsere Bedürfnisse herauszufiltern. Die größte Sorge vor der Abreise war natürlich das gesamte Einsatzgewicht vom Camper, inklusive der beiden Piloten, Frischwasser und Treibstoff. Den Camper, den wir beim Kauf ausgewählt haben, hat schon ein vom Hersteller angegebenes Gewicht von 3084 kg; somit war für die Beladung nicht mehr viel Reserve. Einen Tag vor der Abreise haben wir Oscar mit zwei Fahrrädern, mit diversen technischen digitalen Begleitern, Nahrungsmitten und natürlich mit uns beiden Piloten noch einmal gewogen, und siehe da – fast mit Punktlandung 3485 kg, mit vollem Dieseltank und 50l Frischwasser erreicht. 

Erstes Ziel, Weissensee in Kärnten/Österreich

Von Sachsen aus steuerten wir zuerst den gebuchten Campingplatz am Weissensee im Bundesland Kärnten in Österreich an, was für uns schon das erste Highlight war. Der Campingplatz „Knaller“ liegt fast direkt am See, dieser leuchtet unsagbar blau und die Ufer schimmern in der Sonne schneeweiß. Wir haben einerseits die Gegend mit dem Fahrrad erkundet, und eroberten die naheliegenden Berge mit der „Weissensee Bergbahn„, die fast direkt am Campingplatz liegt. Zudem unternahmen wir eine Schiffstour auf dem Weissensee – allen nötigen Informationen zum See und Umgebung bekamen wir vom Kapitän gratis dazu.

Der Ort Techendorf, an beiden Ufern gelegen, verbunden mit einer Brücke ist der zentrale Punkt am Weissensee. Über diese Brücke erreicht man auf zügige Weise viele Ausflugsziele in der Umgebung. Direkt im Ort gibt es viele Möglichkeiten, kulinarische Köstlichkeiten zu genießen und zudem gibt es auf beiden Seiten des Sees genügend kleine Geschäfte, die zum Bummeln insbesondere von regionalen Produkten einladen. Auf unserer Radtour haben wir noch den „Seecamping Müller“ entdeckt, der auf einer weitläufigen Wiese liegt. Auf die Nachfrage beim Vermieter, wann die beste Zeit zum Buchen ist, erwiderte er uns – bei ihm muss man nicht buchen, jeder bekommt einen Platz. Für uns war das natürlich ein Argument, wieder hier herzukommen und diese Gegend noch einmal zu genießen.

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VanLife-Oscar on Tour

Zweites Ziel, Bardolino am Gardasee

Nach unserem ersten Erlebnis mit Oscar am Weissensee in Kärnten haben wir auf direktem Wege den Campingplatz „Europa“ in Bardolino am Gardasee angesteuert. Auch diesen Platz haben wir zum Glück rechtzeitig gebucht, und wurden auch mit einem guten Stellplatz nahe am Wasser belohnt. Zu unserer Begeisterung hatten wir das Gefühl vieleicht in Holland angekommen zu sein, ich sage mal, jeder zweite Wohnwagen hatte ein holländisches Kennzeichen. Wir waren alle Tage ausschließlich mit dem Fahrrad unterwegs, um die Atmosphäre und den Charme des Gardasees zu erkunden und zu genießen. Mittlerweile ist es für uns schon ein Ritual, am Gardasee in Lazise, das Restaurant „Cozzeria„ aufzusuchen und die hausgemachten Muscheln zu einem Glas Weißwein zu genießen. Für uns ist dieses Restaurant eine absolute Empfehlung für alle, die gerne Muscheln genießen möchten. Zudem haben wir einheimische Produkte aus der Region gekauft und Abends oder zum Frühstück gemeinsam gegessen. Für mich persönlich ist es immer wieder Interessant, mit welch unterschiedlichen Camper Varianten die Leute so unterwegs sind um ihren Urlaub oder ihre Freizeit genießen. Ich glaube der Zauber vom Campen, egal in welcher Form, ist doch letztendlich die Einfachheit des Lebens zu genießen und das Gefühl immer sehr nahe in der Natur zu sein. Die ca. 3 Quadratmeter Privatsphäre sind der Schlüssel für das Loslassen und das Entschleunigen in der doch heutigen hektischen Welt im globalen Kosmos.

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Florenz, Siena, Pisa und direkt an die Mittelmeerküste bei La Spezia

Nach Bardolino am Gardasee und Weissensee in Kärnten haben wir auf direktem Wege Florenz angesteuert. Um Florenz mit dem Fahrrad zu erkunden und gleichzeitig ziemlich nahe zur Innenstadt zu sein, hatten wir uns gegen einen Campingplatz vor der den Toren der Stadt entschieden. Auf Grund der Tatsache, dass wir in Bezug auf „Freistehen“ noch keine Erfahrung sammeln konnnten und wir uns das auch noch nicht zutrauten, buchten wir fast in Citynähe ein schönes Landhotel. Laut den Fotos auf Booking.com, sollte der Parkplatz in der „Villa Ape Rosa Relais“ für ein 6,40m großen Camper kein Problem sein, aber bei Ankunft durch die engen Gassen von Florenz erwies sich die Toreinfahrt zum Parkplatz der Villa als spektakulär. Nur mit Hilfe eines Gastes und der freundlichen Bedienung konnten wir Oscar sicher zum Parkplatz geleiten. Die Villa Ape Rosa ist ein kleiner Genuss, mit der sehr bezaubernden stilvollen Ausstattung und dem schönen Garten, wo man das Frühstück in der morgendlichen Sonne genießen kann. Die Innenstadt von Florenz haben wir mit dem Fahrrad und natürlich auch zu Fuß erkundet; es ist uns bewusst, dass man an einem Nachmittag diese wunderschöne Stadt nicht ansatzweise komplett erkunden kann, aber wie sagt man so schön, wir waren dort.

Am nächsten Tag haben wir den Ort oder die Genossenschaft „Fattoria La Vialla di Gianni“ in der heißen Sonne der Toskana mit den aufregenden Straßen angesteuert, was definitiv auch ein festes Ziel unserer Reiseplanung war. Dieses landwirtschaftliche Unternehmen dient schon lange als unser Haus und Hoflieferant in Sachen Olivenöl und vielerlei Dinge aus Tomatensoßen und leckerem eingekochten Gemüse. Wir haben uns diesen weitläufigen Hof angeschaut und zudem eine leckere Mahlzeit mit allen Köstlichkeiten, die direkt vor Ort hergestellt werden, genossen. Es gibt direkt auf dem Parkplatz für ca. 20 Camper die Möglichkeit dort für längere Zeit zu verweilen, um die Gegend näher zu erkunden oder auch nur etwas Strom oder Wasser für die weiteren Reisen aufzutanken.

Nach unserer Besichtigungstour bei Fattoria La Vialla di Gianni haben wir die Stadt Siena in der Toscana angesteuert, die uns von Freunden wärmstens empfohlen wurde. Auf dem Campingplatz „Siena Collverde„ haben wir auch direkt gegen 17 Uhr noch einen Stellplatz bekommen, was uns grundsätzlich doch sehr überrascht hatte. Aber wir vermuteten, dass der Campingplatz auch sehr viel für reine Stadtbesuche von Siena genutzt wird und somit ein ständiges Kommen und Abreisen stattfindet. Uns war es letztendlich willkommen, doch relativ in der Nähe von der Altstadt ein gutes Plätzchen für Oscar zu bekommen. Nachdem alles für die Nacht vorbereitet war, radelten wir auch schon in Richtung Altstadt, eine Bushaltestelle ist auch direkt vor dem Campingplatz vorhanden, um die Innenstadt von Siena sicher zu erreichen. Es war wie von unseren Freunden vorhergesagt, eine wunderschöne alte Stadt mit voller Lebensfreude, und die alten Gassen luden in der warmen Sommernacht dazu ein, einen spritzigen Prosecco zu genießen. Besonders der Mittelpunkt dieser Stadt, der Palazzo Pubblico ist schon etwas Atemberaubendes, denn man hat das Gefühl in einem riesigen offenen Sommertheater zu stehen umringt von den großen mächtigen Herrenhäusern, die wie riesige Tribünen wirken. Es lohnt sich wirklich, diese Stadt zu erkunden …

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Pisa in Scharz und Weiß

Nach dem Frühstück auf dem Campingplatz bei Siena stand auf unserer Liste in der Toskana noch die berühmte Stadt Pisa mit ihrem dazugehörigen berühmten schiefen Turm. Die Anfahrt war entspannt und wir haben auch einen guten Parkplatz in der Nähe vom Turm gefunden. Mit den Fahrrädern erreichten wir in kurzer Zeit den berühmten Platz von Pisa, und mischten uns gleich unter die ganzen Touristen, die pausenlos versucht hatten, die Szenerie digital festzuhalten. Ich vermute, diese Sehenswürdigkeit wurde schon millionenfach abgelichtet, aber ich habe es natürlich auch versucht, jedoch nach meiner ganz persönlichen Interpretation in Schwarz und Weiß.

Freistehen im Dorf Tirol und Hotelaufenthalt im Pitztal in Österreich

Nach unserem besonderen letzten Campingplatz-Aufenthalt in Italien bei La Spezia an der Mittelmeerküste, hatten wir am nächsten Morgen entschlossen, die Cinque Terre anzusteuern um eventuell noch ein paar schöne Foto und Drohnenaufnahmen zu erhaschen. Schon bei der Anreise zu den Parkmöglichkeiten, um die Cinque Terre zu erkunden, mussten wir feststellen, dass vermutlich coronabedingt die ganze Camperwelt in diesem Gebiet unterwegs gewesen sein muss. Eine Parkmöglichkeit für Oscar war absolut nicht in Sicht, wir beschlossen diesen Ort zu verlassen und suchten noch ein paar Fotostandpunkte in den umliegenden Bergen, nahe der Küste. Gegen Mittag stellten wir fest, dass einerseits die Hitze immer stärker wurde und Chance auf einen normalen Campingplatz auch nicht rosig, sowie am am Tag zuvor. Deshalb entschieden wir uns in Richtung Meran zu fahren, um dort eventuell einen kühleren Campingplatz in den Bergen zu bekommen. Wir hatten ca. 26 Mal auf dem Weg Richtung Tirol telefoniert und bestimmt an 5 Campingplätzen angehalten und um einen freien Stellplatz gefragt, leider immer dieselbe Antwort, wir sind komplett belegt. Gegen Abend hatten wir uns dann entschieden, unsere erste Nacht auf einem nicht behüteten Campingplatz zu verbringen. Nach einer kurzen Recherche im Internet und verschieden Apps auf dem Handy, die bekannteste ist wohl nach meiner Meinung Park4Night, ist die Wahl auf den Parkplatz im Dorf Tirol bei Meran gefallen. Wir erkundeten gegen Abend noch die kleinen Gassen und genossen den Blick auf das Schloss Tirol.

Nach unserer ersten Nacht im VanLife Modus pur haben wir uns entschlossen in Richtung Sölden über das Timmelsjoch weiterzureisen. Auf dem höchsten Punkt vom Timmelsjoch, mit Blick in beide Richtungen der abfallenden Bergtäler, haben wir unser Bergfrühstück und die wunderschöne Aussicht genossen und natürlich auch auf diversen digitalen Medien festgehalten. Beim Frühstück haben wir nach kurzer Recherche im Internet beschlossen, kurz vor Ende unserer Reise ein Hotel im Pitztal für zwei Nächte anzusteuern. Das Familien geführte Hotel hat nach Rücksprache genügend Platz auch für Oscar gehabt, was uns eine Möglichkeit geboten hat, das Camperleben einmal kurz zu verlassen und alle Eindrücke erst einmal in Ruhe zu verarbeiten. Das Pitztal haben wir vom Hotel aus zum Teil mit dem Fahrrad, öffentlichem Bus und natürlich zu Fuß erkundet. Die Seilbahn zum Pitztaler Gletscher haben wir dankend angenommen und den atemberaubenden Blick über Berge mit dem Dauereis lange genossen. Vor der Bergstation zum Gletscher befand sich ein großer ausgewiesener Camper Parkplatz, den wir gleich in die Favoritenliste der besagten App abgespeichert haben. Der Rifflsee eine Talstation weiter, auf den uns ein Wanderer hingewiesen hat, ist natürlich auch noch zu erwähnen- dieser See und seine Umgebung ließen ein ganz besonderes Foto und Videomotiv entstehen. 

Langsam hieß es für uns, Abschied zu nehmen von unserer ersten großen Reise mit „Oscar“, aber die letzte Nacht wollten wir noch mit Freunden in Bayern am Waging See verbringen. Auch hier mussten wir feststellen, dass die gesamte Camperwelt dieses Jahr Urlaub auch in Bayern macht. Eine reale Chance auf einen Stellplatz für eine Nacht war einfach nicht gegeben, schlicht und einfach alles voll. Nach einem kurzen Besuch auf dem Campingplatz bei unseren Freunden haben wir dann doch die Heimreise Richtung Sachsen angetreten. Eine aufregende und eindrucksvolle Reise geht zu Ende … wir freuen uns schon auf nächste Tour.

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Abschließend

Unsere erste große Reise geht hiermit zu Ende, voller Eindrücke und mit neuen Erfahrungen rund um Oscar. Alle Campingplätze, die wir mit unserem Camper angesteuert hatten, waren immer etwas Besonderes, manchmal war es die besondere Lage zum Wasser oder manchmal auch die ungewohnte Einfachheit. Wir haben viele Menschen rund um das Campen kennengelernt und freuen uns auf die nächste große Tour mit unserem Camper Oscar.  

Über mich

ENRICO HEGEDÜS

Ich bin in der Lausitz aufgewachsen und wohne heute in Hoyerswerda. Vor gut zehn Jahren begann ich mich intensiver mit der Fotografie zu beschäftigen.

Fotografie bedeutet für mich, Augenblicke festzuhalten. Natürlich sind schon viele Fotos an den faszinierenden Orten dieser Erde gemacht worden, und doch hat jedes Foto seine ganz eigene Geschichte. Und genau diese Geschichten bzw. einzigartigen Momente möchte ich gerne mit anderen Menschen teilen.

Videofilm Oscar on Tour – Sommer 2021

Enrico Hegedüs

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